MoveRetail Kundentag: „Auf jeden Fall gelohnt“

Digitale Preisschilder
MoveRetail Kundentag: (v.l.) Rangar Strutz (Alnatura), Michael Weber (Max Mothes) und Claudia Wunderlich (Eurodress). Rechts davon: Das elektronische Regaletikett. Quelle: MoveRetail


Hamburg, 19. September 2012 |
Pressebericht als WORD-datei: Move_Retail_Kundentag_2012_final

Rationalisierungspotenziale und Umsatzchancen im Handel, neue Technologien und Systeme sowie der kollegiale Erfahrungsaustausch standen im Vordergrund des Move-Retail-Kundentages in Düsseldorf, an dem sich rund 100 Handels- und Industrieunternehmen beteiligten.

 

21 Workshops, 15 Trendthemen, 5 Lösungsanbieter über 100 Teilnehmer: Der MoveRetail-Kundentag am 13. und 14. September zeigte eine große Bandbreite an Technologien und Software, mit deren Hilfe Unternehmen aus der Industrie sowie dem Groß- und Einzelhandel ihre Prozesse vereinfachen und zusätzlichen Umsatz generieren können. Das Spektrum reichte von Kassen- und Lagersystemen, über Bestands-, Bestell- und Inventur-Optimierungen bis hin zu Lösungen für die elektronische Preisauszeichnung.

Sonderangebote per Knopfdruck

Autofahrer kennen das schon lange: Die Preise für Kraftstoff ändern sich in der Regel mehrmals am Tag. Schließlich genügt ein Knopfdruck, um die digitalen Ziffern an der großen Preissäule zu ändern und der aktuellen Marktlage anzupassen. Diese Flexibilität in der Preisbildung oder das so genannte „Micro-Prizing“ war dem übrigen Einzelhandel bislang verwehrt. „Der Aufwand für die manuelle Auszeichnung der Waren ist viel zu hoch, um kurzfristige Ertragschancen zu nutzen oder das Einkaufsverhalten der Konsumenten zu lenken“, stellt Florian Bernauer, Geschäftsführer der maxess systemhaus gmbh fest.

In seinem Workshop stellte Bernauer elektronische Regaletiketten vor, die via W-LAN angesteuert und verändert werden können. Erste Projekte für die Einführung solcher Labels stünden kurz vor dem Start. „Die Preise für die in verschiedenen Größen und Ausführungen lieferbaren Displays sinken nicht zuletzt auch durch den Trend zum E-Book“, so Bernauer.

Stichprobe statt Vollinventur

Längst im Handel genutzt werden hingegen die Vorteile der Stichprobeninventur: Statt ganze Läden und Lager einmal pro Jahr durch Vollinventuren zu blockieren, benötigt die Stichprobeninventur nur wenige Stunden. „Zu den Voraussetzungen gehört eine IT-gestützte Bestandsführung, ein Lager mit mindestens 1.000 Positionen und ein zertifiziertes Stichprobeninventursystem“, erklärt Jörg Ökonomou, Geschäftsführer der Stat Control GmbH. Neben der erheblichen Zeit- und Kostenersparnis führen Stichprobeninventuren zudem zu einer höheren Bestandssicherheit. „Bei Vollinventuren entstehen zwangsläufig Zählfehler, die im Extremfall zu Lieferengpässen oder Produktionsausfällen führen können“, sagt Ökonomou.

Optimierte Bestände

Sichere Bestände sind zugleich die Voraussetzung für eine optimierte Warendisposition und ein vereinfachtes Bestellwesen. Hier setzt die Lösung LogoMate® der Remira GmbH an. Mit Hilfe der Software lassen sich zum Beispiel die Bestellungen des Einzelhandels direkt durch den Lieferanten steuern, indem dieser den Zugriff auf die aktuellen Bestände und Verkaufszahlen erhält. Das so genannte Vendor-Managed-Inventory, kurz VMI, macht die Lieferkette transparenter, spart Kosten und sichert die Lieferbereitschaft. „Zudem kann der Lieferant anhand der Absatzzahlen das Sortiment am POS schneller anpassen und somit den Umsatz steigern“, erklärt Remira-Geschäftsführer Oliver Jeneskens.

Bargeldlos Zahlen

Rund 7 Milliarden Euro sparen könnte der Einzelhandel durch den Umstieg vom Bargeldhandling auf elektronische Bezahlung an der Kasse. Der Überblick über bargeldlose Bezahlung der TCPOS GmbH verdeutlichte jedoch, dass bei den unterschiedlichen Verfahren angefangen beim Zahlen mit dem Smartphone, über berührungsloses Zahlen per EC-Karte mit girogo, Kreditkarten mit NFC, geschlossene Debitkartensysteme oder Online-Zahlung mit Paypal noch keine einheitliche Lösung gibt. „Die Bezahlverfahren sind von der Technologie her bereit für den Einsatz, doch welches Verfahren sich wirklich durchsetzen wird, ist noch offen“, so das Fazit von Dirk Schwindling, Geschäftsführer von TCPOS.

Manuell oder automatisch

Ein weiterer Workshop zeigte auf, wie sich Fehler beim Planen von Kommissionierlagern vermeiden lassen. Peter Totz vom Generalunternehmer Salomon Automation erläuterte die Grundsätze bei der Planung von Kommissionierlagern. Grundlage der Planung sind die pro Stunde zu bewältigenden Auftragszeilen, Picks und Bestandseinheiten (SKU = Stock Keeping Unit). „Jede Kommissionierstation lässt sich durch diese drei Kennzahlen beschreiben“, erläutert Totz. Hinzu kommt das angewandte Kommissionierprinzip, wobei sich alle Verfahren in „Mann zur Ware“ oder „Ware zu Mann“ einteilen lassen.

Mischung überzeugt

Das breite Themenspektrum und die Möglichkeit zur Diskussion mit Kollegen aus anderen Unternehmen kamen bei den Teilnehmern gut an. Michael Weber, Logistikleiter des Schraubengroßhändlers Max Mothes, fand auf dem Kundentag „interessante Vergleichszahlen für die Kommissionierung aus anderen Unternehmen“. Und hinsichtlich der elektronischen Preisetiketten ist er überzeugt: „Die werden sich im Einzelhandel auf jeden Fall durchsetzen“. Für Claudia Wunderlich von der Eurodress GmbH war der Kundentag ein interessanter Blick über den Zaun. „Ich bin hier auf die Vorteile der Stichprobeninventur aufmerksam geworden – vielleicht kommt diese Methode auch für uns in Frage“, so Wunderlich. „Für mich hat sich der Besuch auf jeden Fall gelohnt“, betont Rangar Strutz von der Alnatura Produktions- und Handels GmbH. Künftig will er die auf dem Kundentag gewonnenen Kontakte für einen regelmäßigen und direkten Gedankenaustausch mit anderen Anwendern nutzen.

 

Galerie

Claudia Wunderlich KT Vortrag Michael Weber Rangar Strutz

 

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